Unruhezuständen natürlich begegnen

Bei ersten Anzeichen für Einschlafschwierigkeiten sind pflanzliche Extrakte allemal einen Versuch wert. Auszüge aus Baldrian, Hopfen, Passionsblumenkraut, Johanniskraut, Melisse oder Lavendel werden traditionell bereits seit Urzeiten als Schlafhilfe verwendet. Ihre Inhaltsstoffe haben bei nervösen Unruhezuständen beruhigende und schlafeinleitende Wirkung; d. h. sie versetzen in einen entspannten Zustand, in dem es sich leichter einschlafen lässt. Als Durchschlafmittel allerdings sind sie aufgrund ihrer schwächeren Wirkung weniger geeignet. Ernsthafte, anhaltende Schlafprobleme kann man mit Pflanzenextrakten nicht bekämpfen. Hinzu kommt, dass ihre Wirkung erst nach einigen Tagen der fortgesetzten und regelmäßigen Einnahme einsetzt.

Die Wirkweise pflanzlicher Schlafhilfen beruht häufig auf Erfahrungswerten. Wissenschaftlich am besten untersucht ist die Baldrianwurzel: Auch Kombinationen aus Baldrian und einem oder zwei weiteren Inhaltsstoffen wie Hopfen und Passionsblume sind möglich und können sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit verstärken.

Wirksame Schlafmittel ohne Verordnung

Nicht-pflanzliche Schlafmittel, die in Deutschland ohne ärztliche Verordnung erhältlich sind, beschränken sich auf die Gruppe der sogenannten Antihistaminika. Ursprünglich zur Bekämpfung allergischer Reaktionen gedacht, verfügen sie über eine sedierende  Wirkung. Die Wirkstoffe, die hier zur Verfügung stehen, sind zum einen Doxylamin, zum anderen Diphenhydramin. Beide sind rezeptfrei in unterschiedlichen Präparaten erhältlich. Im Gegensatz zu rezeptpflichtigen Schlafmitteln haben diese kurz wirksamen Antihistaminika – wenn entsprechend der Packungsbeilage eingenommen – kaum Abhängigkeitspotential und verursachen insbesondere keine Tagesmüdigkeit (Hangover-Effekt). Wichtig: Zur Behandlung chronischer, lang anhaltender Schlafprobleme sind sie ungeeignet; bei bestimmungsgemäßer Anwendung – also nur kurzfristig und punktuell im Akutfall – ist kein Gewöhnungseffekt zu befürchten.