Häufige Fragen zu Betadorm

Welche Eigenschaften hat Betadorm?

Betadorm-Tabletten enthalten den Wirkstoff Diphenhydraminhydrochlorid. Sie blockieren zentrale H1-Rezeptoren und wirken dadurch sedierend.

Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?

Betadorm ist in Packungsgrößen zu 10 bzw. 20 Tabletten à 50 mg Diphenhydraminhydrochlorid erhältlich.

In welchen Fällen darf ich Betadorm-Tabletten nicht anwenden?

Betadorm-Tabletten dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie unter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Diphenhydraminhydrochlorid, gegenüber anderen Antihistaminika oder einem der weiteren Bestandteile des Arzneimittels leiden. Kontraindiziert sind außerdem akutes Asthma, grüner Star (Engwinkelglaukom), bestimmte Geschwulste des Nebennierenmarks (Phäochromocytom), Vergrößerung der Vorsteherdrüse mit Restharnbildung, Epilepsie, Kalium- oder Magnesiummangel, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), bestimmte Herzerkrankungen (angeborenes QT-Syndrom oder andere klinisch bedeutsame Herzschäden, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien). Nicht anwenden dürfen Sie Betadorm weiterhin bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern oder zu einer Hypokaliämie führen (siehe unter "Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln"), bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol oder sogenannten "MAO-Hemmern" (Mittel zur Behandlung von Depressionen), während der Schwangerschaft oder Stillzeit.

In welchen Fällen sollte ich Betadorm erst nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden?

Wenn Sie unter einer eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion, einer chronischen Lungenerkrankung oder an Asthma leiden oder wenn eine bestimmte Magenfunktionsstörung (Pylorusstenose oder Achalasie der Kardia) vorliegt.

Bei älteren oder geschwächten Patienten, die u. U. besonders empfindlich reagieren, wird empfohlen, die Dosis erforderlichenfalls anzupassen.

Vor Beginn einer Behandlung mit Diphenhydraminhydrochlorid sollten gegebenenfalls spezifisch zu behandelnde Ursachen der vorliegenden Krankheit abgeklärt werden (siehe auch Hinweis unter Anwendungsgebiete).

Nach wiederholter Anwendung über einen längeren Zeitraum kann es zu einem Verlust an Wirksamkeit (Toleranz) kommen.

Die Anwendung des Wirkstoffes Diphenhydraminhydrochlorid kann zur Entwicklung von körperlicher und seelischer Abhängigkeit führen. Das Risiko einer Abhängigkeit steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung. Auch bei Patienten mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte ist dieses Risiko erhöht.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollten niedrigere Dosen erhalten.

Ist Betadorm auch für Kinder und Jugendliche geeignet?

Die Anwendung von Betadorm bei Kindern und Jugendlichen wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Beeinträchtigt Betadorm meine Fahrtüchtigkeit?

Auch bei sachgemäßem Gebrauch kann der Wirkstoff Diphenhydraminhydrochlorid das Reaktionsvermögen einschränken. Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen ist dann nicht mehr gegeben! Auch noch am Folgetag können Restmüdigkeit und verlängerte Reaktionszeit die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Arbeiten mit Maschinen beeinträchtigen. Dies gilt besonders nach zu kurzer Schlafdauer bzw. im Zusammenwirken mit Alkohol.

Bitte beachten Sie, dass das Fahren im Hangover ähnlich geahndet wird wie das Fahren unter Alkoholeinfluss.

Welche Wechselwirkungen muss ich beachten?

Wenn Sie weitere Arzneimittel anwenden oder kürzlich angewendet haben, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Betadorm-Tabletten dürfen nicht zusammen mit sogenannten "MAO-Hemmern" (bestimmte Mittel zur Behandlung von Depressionen) eingenommen werden.

Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Medikamenten, die ebenfalls Diphenhydramin enthalten (einschließlich solchen zur äußerlichen Anwendung), ist ebenso zu vermeiden wie die gleichzeitige Anwendung mit anderen zentral dämpfenden Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerz- oder Narkosemitteln, angstlösenden Mitteln (Anxiolytika), Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen oder Mitteln zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptika).

Die anticholinerge Wirkung von Diphenhydramin kann durch Arzneistoffe mit ähnlicher Wirkung verstärkt werden – dazu zählen Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva oder Monoaminoxidase-Hemmer. Es können eine Erhöhung des Augeninnendruckes, Harnverhalt oder eine u. U. lebensbedrohliche Darmlähmung auftreten.

Die Anwendung von Diphenhydramin zusammen mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln kann zu verstärkter Müdigkeit führen.

Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern, z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika Klasse IA oder III9), bestimmte Antibiotika (z. B. Erythromycin), Cisaprid, Malaria-Mittel, Mittel gegen Allergien bzw. Magen-Darmgeschwüre (Antihistaminika) oder Mittel zur Behandlung spezieller geistig-seelischer Erkrankungen (Neuroleptika), oder mit Mitteln, die zu einem Kaliummangel führen können (z. B. bestimmte harntreibende Mittel), ist zu vermeiden.

Diphenhydramin kann bei Allergie-Tests möglicherweise die Testergebnisse verfälschen und sollte deshalb mindestens 3 Tage vorher nicht mehr angewendet werden.

Warum darf ich bei der Einnahme keinen Alkohol trinken?

Alkohol verstärkt und verändert die Wirkung von Betadorm in unvorhersehbarer Weise; deshalb darf parallel zur Einnahme kein Alkohol getrunken werden!

Wie ist Betadorm anzuwenden?

Wenden Sie Betadorm-Tabletten immer genau nach der Anweisung des Arztes oder entsprechend der Packungsbeilage an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene abends unzerkaut eine Tablette à 50 mg etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen mit etwas Flüssigkeit (Wasser) ein. Diese Dosis sollte nicht überschritten werden. Achten Sie anschließend auf eine ausreichende Schlafdauer (sieben bis acht Stunden)! Die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich (wenige Tage) sein und zwei Wochen nicht überschreiten. Bei Fortbestehen der Beschwerden suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf.

Ich habe versehentlich eine größere Menge Betadorm eingenommen – was nun?

Beim Verdacht einer Überdosierung oder Vergiftung informieren Sie bitte sofort einen Arzt (z. B. Vergiftungsnotruf)! Überdosierungen mit Diphenhydramin können insbesondere für Kinder und Kleinkinder gefährlich sein. Sie äußern sich – je nach aufgenommener Menge – in erster Linie durch Störungen des Zentralnervensystems (Verwirrung, Erregungszustände bis hin zu Krampfanfällen, Bewusstseinseintrübung bis hin zum Koma, Atemstörungen bis Atemstillstand) und des Herz-Kreislauf-Systems. Außerdem können gesteigerte Muskelreflexe, Fieber, trockene Schleimhäute, Sehstörungen, Verstopfung und Störungen der Harnausscheidung auftreten. Auch Rhabdomyolysen (schwere Muskelschädigungen) sind beobachtet worden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie alle Arzneimittel kann Betadorm Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen sowie Schwindel und Muskelschwäche am Folgetag, insbesondere nach ungenügender Schlafdauer.

Weitere häufiger auftretende Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sowie sogenannte "anticholinerge Effekte" wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Sodbrennen, Sehstörungen oder Beschwerden beim Wasserlassen.

Während der Behandlung können bestimmte Herzrhythmusstörungen auftreten (Verlängerung des QT-Intervalls im EKG).

Außerdem ist über Überempfindlichkeitsreaktionen, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, Änderungen des Blutbildes, Erhöhung des Augeninnendruckes, Gelbsucht (cholestatischer Ikterus) und sogenannte "paradoxe Reaktionen" wie Ruhelosigkeit, Nervosität, Erregung, Angstzustände, Zittern oder Schlafstörungen berichtet worden.

Bei der nicht bestimmungsgemäßen, längerfristigen Gabe des Wirkstoffes Diphenhydraminhydrochlorid ist die Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit nicht auszuschließen. Spätestens nach zweiwöchiger Einnahme sollte aus diesem Grunde die Notwendigkeit einer Weiterbehandlung kritisch überprüft werden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten

- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten

- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden

Was muss ich tun, wenn ich unter Nebenwirkungen leide?

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.

Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter! Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.

Wie bewahre ich Betadorm-Tabletten richtig auf?

Lagern Sie Betadorm-Tabletten bei normaler Raumtemperatur, bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf und verwenden Sie es nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr. Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden! Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.